Gemeinsam für Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft!

Biokraftstoffe1 sind nicht nur hierzulande, sondern weltweit der erste und vorläufig mengenwirksamste Schritt hin zu einer erforderlichen Diversifizierung und Dekarbonisierung der Kraftstoffversorgung in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben. Mit der Verwendung von nachhaltigen Biokraftstoffen kann die Land- und Forstwirtschaft einen bedeutenden Beitrag zum Klima-, Boden- und Gewässerschutz sowie zur Schonung fossiler Ressourcen leisten. So zeichnen sich z.B. Rapsöl- und Pflanzenölkraftstoffe durch eine im Vergleich zu fossilem Diesel sehr gute biologische Abbaubarkeit und sehr geringe Wassergefährdung aus.

Weiterhin können Biokraftstoffe im Hinblick auf die sektoralen Treibhausgas(THG)-Minderungsziele für die Land- und Forstwirtschaft einen schnell umsetzbaren und nachprüfbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Auch die Landmaschinenindustrie hat aufgrund der eingegangenen Selbstverpflichtung der Branche, aber auch wegen der künftigen EU-Flottenvorgabe, ein großes Interesse an der Reduktion des THG-Ausstoßes land- und forstwirtschaftlicher Maschinen. Somit entsteht für Landwirtschaft und Landmaschinenindustrie eine „Win-Win-Situation“. Voraussetzung ist eine flächendeckende Zunahme des Einsatzes von Biokraftstoffen in der Land- und Forstwirtschaft.

Neue technische Entwicklungen ermöglichen gegenwärtig den Einsatz von Biokraftstoffen in herkömmlichen Traktoren und Maschinen der Land- und Forstwirtschaft. Dadurch wird es möglich, dass regional hergestellte Biokraftstoffe im land- und forstwirtschaftlichen Fuhrpark eingesetzt werden können. Dazu ist es jedoch notwendig, dass die Serienmotoren entweder durch ein Umrüstsystem auf den Biokraftstoffbetrieb angepasst werden, oder dass, wie z.B. von Landtechnik- bzw. Traktorherstellern bereits teilweise realisiert, ein serienmäßiges Neufahrzeug für den Betrieb mit Biokraftstoffen angeboten wird.

Neben einer funktionierenden Technik ist es jedoch auch wichtig, im Rahmen der Biokraftstoffproduktion entsprechende Qualitätsanforderungen zu beachten. Dies ist sowohl für den Biokraftstoffproduzenten, als auch für den Fahrzeugbesitzer wichtig.

Vertreter der Bereiche Landwirtschaft und Landtechnik haben daher im Mai 2016 im Rahmen eines Fachgespräches den Startschuss für den Auf- und Ausbau der Branchenplattform „Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft“ getätigt.

Ziel ist es, den Biokraftstoffabsatz in der Land- und Forstwirtschaft zu erhöhen und dafür ein umfangreiches Maßnahmenpaket zu erarbeiten und umzusetzen.

Die Plattform steht dabei allen interessierten Kreisen zur Beteiligung und Mitwirkung offen.

1 Biokraftstoffe im Fokus dieser Branchenplattform sind Biodiesel DIN EN 14214, Rapsölkraftstoff DIN 51605, Pflanzenölkraftstoff DIN 51623 sowie Biomethan Kraftstoff – CNG – DIN 51624