Weitere Alternativen
in der Land- und Forstwirtschaft

a) Biomethan

Als Biomethan wird Methan bezeichnet, welches nicht fossilen Ursprungs ist, sondern aus biogenen Stoffen erzeugt wurde und z. B. Bestandteil von Biogas ist.
Das methanreiche Biogas entsteht beim mikrobiellen Abbau organischer Stoffe (Gärung). Dabei setzen Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette in die Hauptprodukte Methan und Kohlenstoffdioxid um. Vor allem Energiepflanzen, Gülle und organische Reststoffe kommen als Ausgangssubstrate zum Einsatz. Das erzeugte Rohbiogas besteht aus etwa 50 bis 70 Prozent Methan (CH4), dem eigentlichen Energieträger. Durch eine mit technischem und energetischem Aufwand verbundene Aufbereitung des Rohbiogas mittels CO2-Abscheidung und Reinigung entsteht dann Biomethan.
Biomethan kann zur Erzeugung von Elektrizität und Wärme in Blockheizkraftwerken (BHKW) oder als Treibstoff für Fahrzeuge verwendet werden. Vor Anwendung und Verteilung muss produziertes Biogas zu Biomethan aufbereitet und von anderen Gasbestandteilen separiert werden.

Biomethan wird energetisch nutzbar, indem es entweder in das Erdgasnetz eingespeist (Bioerdgas) oder als Biokraftstoff für Erdgasfahrzeuge verwendet wird. Während der Einspeisung eine zunehmende Bedeutung zukommt, stellt die Nutzung von Biomethan als Kraftstoff bisher noch eine Nischenanwendung dar.
Erdgastaugliche Fahrzeuge können auch mit Biomethan betrieben werden (DIN 51624). In der Land- und Forstwirtschaft spielt Biomethan bisher jedoch nur eine geringe Rolle, da es zurzeit auf dem Markt keine mit reinem Biomethan betriebene Maschinen gibt. Es wird kontinuierlich an der Nutzung von Biomethan für einen mobilen Einsatz gearbeitet. Firmen wie beispielsweise Valtra und New Holland haben sich in den letzten Jahren systematisch der Erforschung der Biomethan Traktorentechnologie gewidmet und bereits Prototypen entwickelt. Trotz der momentan unbedeutenden Rolle kann Biomethan in Zukunft zur Diversifizierung der Kraftstoffe beitragen und eine alternative Möglichkeit zur Selbstversorgung der Landwirtschaft im Kraftstoffbereich darstellen.

Weitergehende Informationen zu Biomethan erhalten Sie z. B. auf den Themenseiten der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) oder beim Technologie und Förderzentrum (TFZ) im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe.

b) Bioethanol

Als Bioethanol bezeichnet man Ethanol, das ausschließlich aus Biomasse oder den biologisch abbaubaren Anteilen von Abfällen hergestellt wurde und für die Verwendung als Biokraftstoff bestimmt ist. Bei den Rohstoffen, die für eine Alkoholerzeugung genutzt werden können, kann zwischen zucker- (Zuckerrüben, Zuckerhirse, Zuckerrohr), stärke- (Mais, Getreide, Kartoffel, Maniok, Topinambur) und cellulosehaltigen (Holz, Stroh) Pflanzenkomponenten (LCB-Ethanol) unterschieden werden.

Als Ausgangsstoff dient der in den Pflanzen enthaltene Zucker, der während einer Fermentation durch Hefepilze und Enzyme zu Ethanol vergoren wird. Bei stärkehaltigen Pflanzen wird die Stärke zunächst durch Enzyme in Zucker umgewandelt.

Gleiches gilt für zellulosehaltige Pflanzen. Bei der Vergärung entsteht als Nebenprodukt in großer Menge die so genannte Schlempe, die als Futtermittel oder Substrat für die Biogasherstellung dienen kann.

Ethanol enthält volumenbezogen etwa 65 % des Energiegehaltes verglichen mit konventionellem Ottokraftstoff (Benzin, Super, Super Plus). Bioethanol kann sowohl als Reinkraftstoff als auch als Mischkraftstoff, d. h. unter Zumischung zu konventionellem Ottokraftstoff eingesetzt werden.

In der Land und Forstwirtschaft spielt Bioethanol als Kraftstoff derzeit keine Rolle, da fast alle der Nutzfahrzeuge in diesen Bereichen mit Dieselmotoren ausgerüstet sind.

Weitergehende Informationen zu Bioethanol erhalten Sie z. B. auf den Themenseiten der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) oder beim Technologie und Förderzentrum (TFZ) im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe.


c) BTL-Kraftstoffe

BTL-Kraftstoffe gelten als so genannte Bioraftstoffe der zweiten Generation. Das bedeutet, dass sie ein breiteres Rohstoffspektrum haben als Biodiesel oder Bioethanol und z. B. auch cellulosereiche Biomasse wie Stroh und Holz genutzt werden kann. Vorteil ist, dass im Gegensatz zur Nutzung z. B. als Pflanzenöl- oder Biodieselkraftstoff, die ganze Pflanze vollständig verwertet wird. Der Kraftstoffertrag pro Hektar Anbaufläche könnte somit erhöht werden. Fragen der Humusbilanz und des Nährstoffhaushaltes im Boden dürfen dabei jedoch nicht außer Acht gelassen werden.

BTL-Kraftstoffe (Biomass to Liquid, deutsch: Biomasseverflüssigung) sind genau wie GtL-Kraftstoffe (Gas to Liquid) oder CtL-Kraftstoffe (Coal to Liquid) synthetische Kraftstoffe, die aus Biomasse (BtL), Gas (GtL) oder Kohle (CtL) hergestellt werden. Diese Kraftstoffe können genau auf die Anforderungen moderner Motorenkonzepte zugeschnitten werden.

Die Verfahren zur BtL-Produktion sind gegenwärtig noch in der Entwicklung und noch nicht konkurrenzfähig. Aktuell finden BtL-Kraftstoffe daher in land- und forstwirtschaftlichen Maschinen noch keine Anwendung.

Weitergehende Informationen zu BtL-Kraftstoffen erhalten Sie z. B. auf den Themenseiten der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) oder beim Technologie und Förderzentrum (TFZ) im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe.