Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen

Die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung

Die Bedingungen und die Nachweisanforderungen für die THG-Minderung sind in der Biokraftstoffnachhaltigkeitsverordnung geregelt. Seit dem 1. Januar 2011 müssen in Deutschland in Verkehr gebrachte Biokraftstoffe bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Biomasse zur Herstellung der Biokraftstoffe darf z.B. nicht von Flächen mit hohem Naturschutzwert, hohem Kohlenstoffbestand oder Torfmooren stammen. Beim Einsatz von Biokraftstoffen muss zudem ein THG-Minderungspotenzial von derzeit mindestens 35 % (ab 2017 50 %) gewährleistet sein.

THG-Minderungspflicht

Zum 1. Januar 2015 wurde zusätzlich ein Anreiz zum Klimaschutz durch den Umstieg auf die THG-Minderungsverpflichtung eingeführt. Deutschland geht hier nicht nur in der EU, sondern weltweit voran, mit der Einführung der Treibhausgasminderungspflicht den Verkehr über die Kraftstoffnutzung auf Basis steigender Verminderungsverpflichtungen (ab 2015 / 3,5% - ab 2020 / 6%) zu dekarbonisieren. Dies hat bereits im ersten Quartal 2015 dazu geführt, dass nach Auswertungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die auf dem deutschen Markt erhältlichen Biokraftstoffe deutlich bessere THG-Einsparungen aufweisen, als für die THG-Quote zugrunde gelegt wurde: Biodiesel erreicht rund 60% THG-Minderung. Bioethanol ist mit Reduktionswerten von durchschnittlich 62% verfügbar. Rapsölkraftstoff hat ein THG-Minderungspotenzial von mindestens 57 % gegenüber fossilem Diesel (Richtlinie 2009/28/EG).

Biokraftstoffe übernehmen somit die Vorreiterrolle bei der Einführung von gesetzlich verbindlichen Nachhaltigkeitsanforderungen und deren Umsetzung in der Zertifizierung. In keinem anderen Bereich des Umgangs mit Agrargütern und ihrer Verarbeitung (Bioökonomie, Dekarbonisierung) ist man mit von der EU-Kommission zugelassenen Zertifizierungssystemen mit weltweiter Wirkung so weit gekommen wie im Bereich der Biokraftstoffe. Bei der aktuellen Marktlage und -entwicklung kann nur mit Biokraftstoffen ein erster Beitrag zur Treibhausgasminderung geleistet werden. Zusätzlich werden durch die als Kuppelprodukte der Erzeugung von Biokraftstoffen gewonnenen Eiweißfuttermittel (DDGS und Rapsschrot) Proteinimporte aus Drittländern wie Soja vermieden.


Weitergehende Informationen finden Sie z. B. in der Broschüre "tfz kompakt 9 Biokraftstoffe – Fragen und Antworten" sowie im BBE-Positionspapier "Klimaschutz durch Bioenergie".