Umweltschutz

Reinkraftstoffe für ökologisch sensible Nischenmärkte

Reine Biokraftstoffe erfordern eine eigene Tankstellen-Infrastruktur und angepasste Motorsysteme. Deshalb sind sie besonders interessant für Nischenmärkte. In der Land- und Forstwirtschaft oder der Schifffahrt bietet ihre gute Umweltverträglichkeit einen wertvollen Zusatznutzen beim Boden- und Gewässerschutz, da Biokraftstoffe biologisch schnell abbaubar und nicht wassergefährdend sind. Untersuchungen zur biologischen Abbaubarkeit von Biodiesel und Pflanzenöl haben gezeigt, dass Biokraftstoffe verschiedener Herkunft leicht biologisch abbaubar und daher bei Leckagen weniger umweltbelastend als herkömmliche fossile Kraftstoffe sind. Fossiler Dieselkraftstoff ist als wassergefährdend in die Wassergefährdungsklasse 2 eingestuft, während Biodiesel als schwach wassergefährdend in die Wassergefährdungsklasse 1 eingestuft wurde. Reines Pflanzenöl gilt als nicht wassergefährdend.

Der Einsatz von Biokraftstoffen erbringt zudem einen deutlichen Beitrag zur Reduzierung der erheblichen negativen Umwelteffekte durch eine alternative invasive Mineralölförderung durch z.B. Tiefseebohrungen und Fracking und schont somit knappe endliche Ressourcen. Ebenso werden durch die Nutzung von Biokraftstoffen Umwelt-Kollateralschäden bei der Herstellung und dem Transport von fossilen Kraftstoffen, wie z.B. bei Unfällen auf Bohrinseln, bei Öltankern, in Raffinerien und Pipelines, vermieden.
Kritiker befürchten durch den vermehrten Anbau von Raps negative Auswirkungen auf die Biodiversität. Dagegen spricht aber die Selbstunverträglichkeit von Raps. Raps kann nur alle 4 Jahre auf den gleichen Flächen angebaut werden. Reine Raps-Monokulturen kann es also im Gegensatz zu anderen Ackerfrüchten nicht geben. Darüber hinaus besitzt Raps einen hohen Vorfruchtwert und lockert durch sein tiefes Wurzelwerk den Boden. Deshalb ist Raps in Fruchtfolgen mit flachwurzelnden Kulturfrüchten (wie Getreide und Mais) sinnvoll und oft auch notwendig. Daneben darf man auch seine positiven Eigenschaften als Blühpflanze und Bienenweide nicht außer Acht lassen. Weiterhin kann durch einen gesteigerten Einsatz von Biokraftstoffen aus Pflanzenölen der Anbau alternativer Ölpflanzen gefördert werden (Leindotter, Soja, Sonnenblumen). Dies führt zu einer höheren Vielfalt der verfügbaren Feldfrüchte.

Biokraftstoffe aus der heimischen Landwirtschaft können somit für die Land- und Forstwirtschaft einen bedeutenden Beitrag zum Klima-, Boden- und Gewässerschutz sowie durch eine Vielfalt von Energiepflanzen zur Biodiversität erbringen.