Technische Optionen

Anpassungen des Kraftstoffes

Bei der Biodieselherstellung wird eine chemische Veränderung des Pflanzenöls realisiert („Umesterung“). Der so entstandene Kraftstoff hat eine geringere Viskosität und einen geringeren Flammpunkt als das Ausgangsprodukt Pflanzenöl, was die Zündwilligkeit erhöht. Biodiesel in genormter Qualität (DIN EN 14214) kann problemlos in modernen Dieselmotoren und Einspritzsystemen verwendet werden, wobei eine schwache Aggressivität gegenüber Lacken und Dichtungen aus Gummi besteht. Um das Risiko zu minimieren, dass die Teile angegriffen und beschädigt werden, können die spritführenden Leitungen und Dichtungen durch resistente Teile ausgetauscht werden.

Anpassungen des Motors

Um einen reibungslosen Betrieb moderner Common Rail-Dieselmotoren mit reinem Pflanzenöl gewährleisten zu können, benötigt es eine genaue Anpassung der Motorsoftware sowie des Kraftstoffsystems.

Vor allem der Kaltstart galt bei reinem Pflanzenölbetrieb als äußerst herausfordernd, aber mittlerweile gibt es zuverlässige Systeme, welche einen reibungslosen Betrieb ermöglichen. Bei Maschinen mit „2-Tank-System“, wird der Motor mit Diesel gestartet. Bei Erreichen der Betriebstemperatur wird auf Pflanzenölbetrieb umgeschaltet. Bei Maschinen mit 1-Tank System werden Kraftstoff- und Einspritzsysteme elektrisch vorgewärmt.

Eine weitere Herausforderung beim Pflanzenölbetrieb ist die Bildung von Ablagerungen an kraftstoffführenden Bauteilen. Diese können vor allem beim längeren Betrieb der Motoren entstehen und zu Verstopfungen der Bauteile (vor allem den Einspritzdüsen) führen. Dies führt zu Leistungseinbußen. Durch optimierte Brennverfahren für pflanzenölbetriebene Motoren kann die Bildung von Ablagerungen auf ein Minimum reduziert werden.

Durch ein angepasstes Einspritzmanagement (Softwareanpassung) werden weiterhin Leistungseinbußen und Kraftstoffeintrag ins Motoröl vermieden sowie Abgasemissionen reduziert.

Neben der motorseitigen Anpassung des Systems ist es zudem wichtig, dass der Kraftstoff speziellen Anforderungen gerecht wird, um einem reibungslosen Betrieb zu garantieren und Katalysatorschäden zu vermeiden. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Reduzierung von Aschebildnern wie Calcium, Phosphor oder Magnesium gelegt.

Multifuel-Lösungen mit Eintanksystem, die sich derzeit in Entwicklung befinden, ermöglichen den Nutzer maximale Flexibilität. Man kann mit diesem System ausgerüstete Maschinen mit reinem Diesel, mit Raps- und anderen Pflanzenölen oder mit einem beliebigen Gemisch aus diesen Energieträgern betanken.